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  • Brigitte Obermeier

Später

Als ich klein war, so hat man mir erzählt, habe ich mich immer mit "später" selbst getröstet, wenn etwas nicht geklappt hat oder zum jeweiligen Zeitpunkt nicht möglich war. Und obwohl ich eigentlich ein furchtbar ungeduldiger "Schnell-und-sofort-Mensch" bin ( naja, mit zunehmendem Alter legt es sich ein bisschen), hat mir dieses "später" immer wieder geholfen. Seit letztem März ganz besonders. Wohlgemerkt, immer mit der unterschwelligen Ungeduld, deren Füßescharren manchmal sehr schwer zu bändigen war. Seit Corona in unser aller Leben eingedrungen ist, ist dieses "Später" Alltag geworden. Seit letztem Herbst für mich persönlich Dauerzustand: Knie-OP Nummer eins, zuhause Herumliegen und auf die Reha warten, Theaterschließung, Warten auf zurückkehrende Mobilität; während der Reha dann der kühne Plan, mein anderes Knie auch noch während des Lockdowns operieren zu lassen, denn an den versprochenen kurzen Lockdown habe ich nie geglaubt. Umzingelt von Bedenkenträgern ( das ist doch viel zu früh nach der ersten OP, wie soll das operierte Knie das schaffen) wurde der Plan für mich trotzdem immer realistischer. Also OP-Termin ausgemacht ( absagen kann ich ja immer noch, falls es zu viel ist) und jeden Tag zum Training gegangen. Wann, wenn nicht in dieser Zeit? Wenn wir endlich wieder öffnen dürfen, will ich spielen. Auß

erdem warten die Gärten und ich möchte endlich mit Hannes wandern gehen.

Am 22. Januar hab ich mich wieder unters Messer begeben, alles ist gut gelaufen( auf das König-Ludwig-Haus singe ich ein Loblied, auch auf die liebevolle Betreuung). Nun befinde ich mich erneut in der "Später"-Phase und warte auf den Beginn der ambulanten Reha( Impuls ist Spitze, mein Dank an alle dort!) Und noch viel später vielleicht ja wieder die Öffnung des Theaters...möge mein hypothetischer Spielplan ab Ostern Wirklichkeit werden. Auch gegen ein Giebelstadt "später" im Sommer hätte ich nichts einzuwenden.

Eine kleine Unterbrechung des permanenten "später" habe ich mir mit der virtuellen Lesung gegönnt. Am 7. Februar starten wir mit dem ersten Buch. Zwei weitere Buchvorhaben sind leider an den Rechten gescheitert. Vielleicht SPÄTER???

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